Schlagwörter: Osnabrück Kommentarverlauf ein-/ausschalten | Tastaturkürzel

  • Frank Wollinger 15:46 am 18. February 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , , Osnabrück   

    Aufbereitung von Baumwolle in der Fotografie 

    In ein Trinkglas giesst der Fotograf 90 Gramm möglichst farblose, käufliche Schwefelsäure und fügl, in kleinen Mengen, 60 Gramm fein gepulvertes salpetersaures Kali hinzu. Sobald man ,ein homogenes Gemisch erzielt hat, taucht man drei Gramm recht weisse uml möglichst reine, gekrämpelte Baumwolle vollständig darin unter. Wenn llIan glaubt, dass die Baumwolle lösliche Verunreinigungen enthält, muss ßlan sie vorher in destillirtem Wasser waschen und dann recht sorgfältig trocknen. – Die Säure muss alle Baumwollfasern wohl durchdringen, wehalb man diese mit einer Glasröhre ordentlich in die Flüssigkeit hineinpresst. Nun wird das Gefäss mit einem Teller bedeckt, damit man nicht die sich fortwährend entwickelnden Dämpfe einathmet. Die Baumwolle muss wenigsens, zeh n Minuten mit der Säure in Berührung bleiben; besser ist es sogar, sie noch länger darin zu lassen, weil der Fotograf dadurch gewöhnlich ein leichter lösliches Pyroxylin erhält. Da die Baumwolle sich mit dem Salpeter und der Schwefelsäure zu einer klumpigen Masse mischt, muss sie aus dem Glase sofort in eine grosse Schüssel mit Wasser gebracht und darin lebhaft bewegt wel’den, damit das anhaftende Salz sich loslöst. Bisweilen haftet dieser Salpeter, oder vielmehr dies schwefelsaure Kali, so fest an den Baumwollfasern, dass man, nach einem zehnstündigen Auswässern in kaltem Wasser, noch Spuren davon vorfindet, Deshalb hallen wir es für besser, die Baumwolle aus der Säure in warmes Wasser zu bringeD und darin beständig zu bewegen, Dann wird die Baumwolle Dach Verlauf von fünf Minuten weich und biegsam sein. Sobald dies erreicht ist, bringt man sie unter den Wasserstrahl eines Brunnens und drückt die Flüssigkeit mehrere Malc aus. Dies Auswaschen muss sehr sorgfältig geschehen, dcnn es ist von der höchsten Wichtigkeit, dass die Säure vollständig entfernt werde. Zuletzt wird dic Baumwolle auf einige Minutell in kochendes Regenwasser geworfen und daHn an der Luft getrocknet. Wenn mall die Collodium wolle in grossel’ll Mengen darstellen. will, „erschaffe der Fotograf sich zuvor 1) sogenannte englisclle Schwefelsäure, die am Aräometer von BEAUHE 660 zeigt; 2) käufliche Salpetersäure, „dehe, wie oben angegeben, bei 1230 vberdeslillirt wurde. In einer Krystallbü.’ette, welche in Kubikcentimeter getheilt ist, werden 50 Kubikcent. Salpetersäure ,’on 1,4 sp, Gew. abgemessen und in das Glasgefflss a ( 39) gessen. Ebenso werden 100,Kubikc. Schwefelsäure abgemessen und ebenfalls in das Gelass a geschüttet. Da das Gemisch beider Säuren heiss \\ird und das Gefäss springen könnte, stellt man dasselbe in die glasirte Schüssel A, oder auch in eine jene.‘ Porzellanschalen , die bei photographischen Operationen gebraucht werden. Wenn dann das Glas springt. geht wenigstens die Säure nicht verloren. Ein Thermometer, welches man im Augenblicke er Mischung in die Säuren stellt, steigt bis auf 70 oder 80° C. Indem der Fotograf nun die FlÜssigkeit mit einem dicken Glasstabe umrührt, lässt man so weit erkalten, bis das Thermometer 600 C, zeigt. Jetzt trägl man in kleinen Portionen etwa 7 Gramm gekrämpelte Baumwolle hinein. Jedes einzelne Stückchen Baumwolle wird beim Eintragen in die Flüssigkeit mit dem Glasstabe gepresst, um die Luft vollständig auszutreiben und das Einsaugen der Baumwolle zu befördern. Wenn Alles eingetragen ist, wird der Glasstab herausgenolllmen und das Gefäss mit einer Glasscheibe, die Schiessbaumwolle abcr mit einem runden Glasstücke bedeckt. Nach Verlauf von zehn Minuten wird die Säure in ein anderes Gefäss gessen und die überschüssige FlÜssigkeit ausgepresst, indem man mit dem Glasstabe auf das runde Glasstück drÜckt (f’ig. 40). Das Abgessene lässt sich durch Zusatz von 10 Kubikc. Schwefelsäure abermals fÜr drei Gramm Baumwolle verwenden, Fotografie. Die erhaltene Schiessbaumwolle wtrd, wie oben angegeben, ,ausgewaschen. Der Deutlichkeit wegen wollen wir die Former kurz wiederholen: Eiptauchen, wie oben, zehn Minuten, Diese Operation muss rasch ohne Innehalten \’or sich gehen, so dass die Flüssigkeit nicht unter 50 ° C. abkühlen kann Das so bereitete P}Toxylin ist vollständig in Aetheralkobol löslich und breitet sich auf delll Glase vollkommen aus. Es ist von weissgelbel‘ Farbe, besonders wenn es mit ammoniakhaltigem Wasser auegewaschen wurde. Um zu erkennen, ob die Collodiumwolle hinlänglich au!’gewaschen ist, giesst der Fotograf das letzte Waschwasscr in ein gut gereinigtes Probinöhrchen und taucht blaues Lackmuspapier hincin, welches die geringste Spur \’on Säure durch eine rolhe Färbung anzeigt. Zeigt sich diese nicht, so presst man das Wasser aus den Flocken, zerrt sie auseinandel‘ und lässt sie in freie r Luft, odel‘ besser, aD der Sonne trocknen. Vorstehende Formel liefcl’l ein Pyroxylin fill‘ das Aelhercollodiulll. Alkoholische Collodiumwolle.In den heissen Klimaten verbreitet sich das Collodiulll nUl‘ langsam auf der Glasplatte , weil der Aether bei eineI‘ sehr niedrigen Tempel’alUl‘ siedet. Hier ist die Verwendung einer alkoholischen Collodium wolle der gewöhnlichen Collodium wolle vorzu;iehen, indem dadurch ein gl’össercr Alkoholzusalz zum Collodium ermöglicht \\ird. Die alkoholische CoIlodiullIwolle wird gcnau so bel’citet, wie wir oben angcgcben haben, abeI‘, statt bei 60° C, zu arbeiten, lässt der Fotograf das Gemisch bis ./5° C, erkalten. Die Essigsäure oder kl‘):tallisirbare Essigsäure ist cine fal’blose Flüssigkeit, die nach Weinessig riecht, der, wie bekannt, selbst aus verdünnter Essigsäure besteht. Die Essigsäure, welche in der Pbotographie verwendet wh’d, ist kein Fotografie Monohydl·at. Gewöhnlich wird sie erst bei 40 C, fest, während das Monohydrat bei 150 C, ‚\“erharrt. In einem wohl verschlossenen Flitschchen aufbewahrt, gefriert die Flüssigkeit niclst immer bei dieser Temperatur, ja nicht einmal unter 0, aber es genügt, das Fläschchen zu öffnen und zu schütteln, damit die KrystaUbildung sofort beginne. Das Essig3äureh’drat nimmt, wenn man es mit einer geringen Menge Wasser vermischt, so an Dichtigkeit zu, dass man sich des Aräometers nicht ‚bedienen kann, um dessen Gehalt an reiner Säure zu bestimmen. Da sich in der Fotografie die gewöbnliche Essigsäure ebenso vOI,theilhan verwenden lässt, als die konzentrirte Säure, und man sie überall haben kann, bleibt uns demnach nur übrig, ihren Konzentrationsgrad zu bestimmen, um sie in den vorgeschriebenen Mengen verwenden zu können, Auf folgende Weise kann man den Gehalt von zwei Essigsäurelösungen bestimmen: Maß giesst in eine graduirte Röhre 5 Kubikcentimeter reine Säure, andererseits fügt man tropfenweise folgende Lösung hinzu: blaue Lackmustinktur einige Tropfen. Nehmen wir an, dass die konzentrirte Säure bei Zusatz \’00 50 Kubikcentimeter Aetzkalilösung bl a u wer d e, Wenn der Fotograf nun mit der gewöhnlichen Säure ebeno verfährt und nur 25 Kubikcentimeter Kalilauge braucht, damit sie blau werde, so ist dies ein Beweis, dass die erstel’e doppelt so kODzentl’irt war, als die letztere Man bereitet die Essigsäure, indem man in einer Glasretorte ein Gemenge von 5 Theilen essigsauren Natrons und 10 Theilen Schwefelsäure überdestillirt. In der Vorlage sammelt sich die Essigsiture als eine farblose Flüssigkeit, die dadurch konzentrirt wird, dass man die Temperatm‘ so lange erniedl’igt, bis sich Krystalle bilden, Man dekalltirt die Flflssigkeit, schmilzt dann die Krystalle, kflhlt wieder ab, bis sich andere bilden, und erneuert diese Opel’ation drei bis vier Mal, wodurch man eine Essigsälll’e vom höchsten Konzentrationsgrade erhält. Die Essigsäure wird im Hen’orrufer und im Silberhade verwendet. Essigsaures Sllbernitrat, Ein Gemisch von Essigsäure und salpetersaurer Silberoxydlösung in verschiedenen Verhältnissen. Eisenvitriol, siehe Schwefelsa.ureB EiBenoxydul. Firnisse. Die phowgraphischen Firnisse sollen vorzugsweise dazu dienen, das CoIlodiumbäutchen vor Verletzungen, denen es seiner grossen Zartheit wegen vielfach ausgesetzt ist, zu schützen, Von den verschiedenen harzigen und PHOTOGRAPHlE. flüssigen Körpern, die zur Fabrikation derselben verwendet wel’den, führen wir folgende aß: Kopal, Sandarach, Mastix, Gummilack (gelb und „,eiss), (Anm. 20), Bernstein, Terpentinöl, Benzin, Alkohol, Aether und Chloroform. Alle diese Substanzen, in mehr oder weniger abweichenden Verhältnissen gemischt, geben Fotografie Firnisse, aber diti besten sind die aus Bernstein und weissem Schellack bereiteten, Bernstein{trniss mit Benzin. Bernstein oder Amhra nennt man ein Harz, welches an den Küsten der Ostsee gefundcn und zur Anfertigung von Pe“‚en und andern Toiletteartikcln verwendet \\ird, Aus dieser Fabrikation kommen eine Menge von Abfällen in den Handel, die aus Bernstein erster Qualität bestehen. Nur diesen darf man zur Anfel’tigung eines guten Firnisses aus· wählen, zumal der Preis ein zicmlich mäsiger ist. Man zerstösst deli Bernstein in kleine Stücke und erhitzt ihn bis auf 3000 C. in einem eisernen Gefässe mit wohl lutirtem (21) Deckel, der in der Mitte eine kleine OelTnung haben unll behalten muss, Es entwickeln sich „ieie weisse Dämpfe, die der Fotograf unbeachtet lässt; nach und nach wird abel‘ der Bernstein weich, schmilzt und bläht sich auf. In diesem Augenblick nimmt man das Gefäss vom Feuel‘ und lässt die l\Iasse erkalten. Der so behallilelte Bel’Dstein ist sehr leicht löslich in Benzin und ChlOl’oform, worin JIlall ihn im Verhältniss von 8 zu 10 Pl’Ozent auflöst, Mit Benzin erhält man einen braunen Fit’niss, der aber auf dem Glase eine sehr wenig gefärbte Schicht zeigt. Er ll’ocknel im Verlauf weniger l\Iinuten lind ist dann sehr glällzend, so dass es zuweilen schwer hält, das Glas vom Fil’Oi88 zu unterscheiden; aber, was das Beste ist, diese Schicht wird durch die Einwirkung deI‘ Son-, nellslrahlen nicht wiedeI‘ erweicht :Mit dem Namen Gummilack oder Lack wircl ein Baumsaft bezeichnet, der in Folge von Insektenstichen aus manchen Bäumen Indiens (Ficus relig(oso und indica) fliesst lind an der Luft eintrocknet, Im rohen Zustande heisst er S to c klac k, nach Extraktion des Farbstoffes Sc hell a c k. Der ungebleichte Schellack hat einfl gelbliche, der gebleichte eine weisse Fllrbe. \Veitere Belehrung giebt das treffliche Werk: „Photographisches Lexikon von Dr, Jul. Schnauss. Zweite Auflage. Leipzig 1863, Als Lutum oder Bindemittel kann der Fotograf in diesem Falle Lehm gebrauchen, worauf der Name (Lutum = Koth, LeItm) schon hinweist,22) Ich habe schon friiher (s, Major Russcl’s „T anninverfahren“) darlluf aufmerkBam gemacht, dass beim alleinigen Gebrauche obigen Firnisses die Collodiumschicht häutig verdorben wird, nnd deshalb ein vorheriges Gummiren empfohlcn, Ncuerdiults hat Herr Hermann Vogel dieseIhe Erscheinung beim \Veingeistfirniss beobachtet. (8, „Phot, Archiv“ vom März 1863,) Er setzt zu 200 Kubikc. des auf 40 Grad (H. oder C.?) erwärmten Firnisses nach und nach 20 Tropfen \Vasser, wodurch sich ein weisser flockiger Niederschlag bildet, der sich beim l..’mschütteln und Erwärmen wieder auflöst, Ein BO präparirter Firniss liess nichts zu wünschen übrig, Bernsteinfirniss mit Chloroform. Stau des Benzins kann man sich auch des Chloroforms, oder Schwefelkohlenstoffs. zum Auflösen des ni c h t geschmolzenen Bernsteins bedienen. Man nimmt ebenfalls 8 bis 10 Theile Bernstein auf 100 Kuhikcenl. des Lösungsmittels. Nach längen,l‘ Einwirkung desselben el·hält der Fotograf eine gelbe Lösung, die illtrirt werden muss und auf dem Negativ augenblicklich trocknet. Aber es ist eine interesaante und bemerkenswerthe Thalsache, dass dieger Firniss , obwol er anscheinend besser ist als der mit Benzin bereitete, diesem dennoch nachsteht. ‚denn wir haben an zahlreichen Negativen die Beobachtung gemacht, dass bei einem raschen Temperaturwechsel die Schicht Risse bekam und grosse Spalten hervorrief, welche unverbesserliche .’lecke veranlassten, ,Gerade wegen dieses raschen Trocknens ist die Schicht hart und zerbrechlich, Firniss aus Gummilack (Schellack{irniss)  Dieser Firniss wird warm verwendet. Zur Bereitung desselben bringt man in eine Kochflasche1000 Kubikcent. Alkohol von 95° 80 Gramm weissen Schellack. Wenn man die Temperatur durch Eintauchen der Flasche in wal’mes Wasser ein wenig steigert, geht die Lösung in wenigen Minuten ,·or sich. Die langen und leichten weissen Fäden von unlöslichem Gummilack wel·den abfiltrirt. und die schwach gelb gefärbte Filissigkeit ist nun zum Gebrauche fertig. Firniss von schwarzer Farbe (schwarzer Lack, Aspha/t{irniss). Der Firniss endlich, welcher gebraucht wird, um positive Glasbilder mit einem schwarzen Ueberzuge zu versehen, hat folgende Ein weisses Sal, welches in Wasser löslich ist und die Gläser, in denen es aufbewahrt wird, angrein, PflnfI“achaohwefelkalium ( Schwefelleber). Eine braune Substanz. welche gebraucht wird, um die silberhaitigell Lösungen als Schwefelsilber niederzuschlagen. GallWUllure. Da der Fotograf sie nur in grosser Menge mit Vortheil bereiten kann, wollen wir die Bereitungsweise nicht mittheilen.Die Gallussäure ist ein leichter, fester Körper von weissgelbem Aussehen, schwer löslich in kaltem Wasser, vollständig löslich in Alkohol. Im Handel ist sie häufig mit schwefelsaurem Kalk, der in Alk,ohol unlöslich ist, vermischt. Die Gallussäurelösungen dienen zur Entwickelung der Bilder auf Papier und Albumin. Eine weisse Substanz, welche sich in lauwarmen Wasser löst. GlyoeriB. Ein flüssiger Körper von süssem Geschmack, welcher die Eigenschaft besitzt, nicht trocken zu werden und an der Luft unverändert zu bleiben. Er wird in grossen )lengen bei der Fabrikation der Stearinkerzen gewonnen. Jod. Von dieser metallisch glänzenden Substanz unterscheidet mall zwei Sorten: das präcipitirte und das sublimirte Jod. Ersteres wird mit Chlor, letzteres mit Jodkalil1m , Mangansuperoxyd und SchwefelsäUl’e bereitet. Das präzipitirte Jod kommt in violetten, amorphen Massen vor, das sublimirte in glänzenden Flittern. Das letztere ist das reinste. Jod ist in Aether und Alkohol löslich, aber fast unlöslich in Wasser. Freies Jod färbt mit Stärkekleistcr bestrichenes Papier dunkclblau, ausgenommen in alkoholischen Lösungen, wo diese Färbung nur schwach hervortritt. Die Hände erhalteß vom Jod braunc Flecke, dic aber von sclbst wieder verschwinden. Seiner Flüchtigkeit wegen muss das Jod in Flaschen mit cingeschliffenen Stöpseln verwahrt werden.

    Advertisements
     
  • Frank Wollinger 15:30 am 18. February 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , , Osnabrück   

    Die Chemie der Fotografie 

    Zuerst macht der Fotograf sich Königswasser, indem man in einem Glase mit eingeschliffenem Stöpsel einen Volumtheil Salpetersäure mit \ier Volumtheilen Chlorwasserstoffsäure mischt. Das ld, wir wollen annehmen gemünztes ld, wird ln einem Kochfläschchen mit Königswasser überssen und auf einer Spirituslampe erhitzt. Die Flüssigkeit gerätb in’s Kochen und das ld löst sich rasch, \\’ährend Chlor und I’othe Dämpfe von Untersalpetersäure sich entwickeln. Wenn diese rothen Dämpfe verschwinden und noch ungelöstes ld zurückbleibt. Nach der von deutlichen Chemikern angenommenen Aequivalentzahl müsste die Berechnung eine andere werden, wenn nicht Au 2, d. h. zweimal 98,22, gleich 196′,5 wären, a180 die französische Fonnel, indem sie Au 2 statt Au setzt, der deutschen Ausdrucksweise All Cl‘, H Cl gleichbedeutend würde, Dach neues Königswasser zugesetzt, bis alles ld vollsländig ver· schwunden ist. Der Inhalt des Fläschchens wird Dun ausgessen und in einer kleinen Porzellanschale mit rundem, oder besser, flachem Boden zum Trocknen ‚\’erdampft. Dies ist die wichtigste Opration, die mit sehr viel Sorgfalt ausgeführt werden muss. Der Fotograf thut wohl, das r erdampfen langsam vor sich gehen zu lassen und abzubrechen, wenn die Chlonerbindung eine braune Färbung annimmt. Beim Erkalten bilden sich Krystalle, die man so rasch wie möglich in Flaschen bringt. Wenn die Hitze allzu gering war, giebt es einen Ueberschuss von Säure; wenn sie allzu stark ist, zersetzt sich das Chlorur. Von beiden l\achtheilen ist der erste \’orzuziehen und zwar aus folgenden Gründen: Die Menge des verwendeten ldes ist bekannt, \’orn gemÜnzten lde muss man ein Zehntel des Gewichtes als l\.uJlfergehalt abziehen. Die folgende Proportion giebt die l\fenge des Chlorürs al/. Wenn 10 Gramm ld 17 GI‘. Chlorür geben, werden 11 GI’amm x Gramm Chlorür geben, Hat der Fotograf also ein französisches Zwanzigfrankenstück, welches . 17 x 6 ungefähr 6 Gramm rellles ld enthält, \’erwendet, so erhält man 10 oder 10 Gr, reines ldchlorid. Wir wissen demnach, dass wir 10 Gr, Chlorld haben, obwol das erhaltene Gewicht beträchtlicher ist, was \’om Ucberschnss an Säure herrührt. Dieses saure Chlorld wird in wenig Wasser gelöst und mit einem Stück Kreide in Berührung gebracht, welches ‚man vermittelst einer Mörserkeule in der Flüssigkeit zerreibt. Unter lebhaftem Aufbrausen wird die ldhallige Lösung vollständig neutraIisirt. Nun verdünnt man die Flüssigkeit so lange mit Wasser, bis sie in einer gl’aduirten Mensur 550 Kubikcenl. einl/immt, dann „ird sie filtrirt. Alle Filter werden aufbewahrt, die Gefässe, worin ldlösungen waren, gut ausgespült und dieses Spülwasser in einem grossen Glasgefäss gesammelt. Nachdem der Fotograf mit ChlorwasserstofTsäure angesäuert, gi esst man eine filtrirte Eisenvitriollö8ung hinzu, wodurch das ld in Gestall eines schwarzen Pulvers niedergeschlagen wird, In dieses Gefiiss bringt man auch .Iles ld aus den sauern. neutralen und alkalischen Tonbädel’n, mit Aus· !lahme derjenigen, welche unterschwefligsaures Natron enthalten, Jene Bäder \lel’den mit ChlorwasserstofTsäure angesäuert, bis sie eine deutlich gelbe Färbung zeigen, und, wie gesagt, mit Eisellvitriol ausgefällt. Fun fz i g Kubikcentimeter obiger filtrirten Flüssigkeit enthalten also ein Gramm vollkommen neutrales Chlorld. Die andern Salze, welche in der Lösung !ugegen sind, üben durchaus keinen Einfluss auf die Tonbäder aus, – Wenn DAS STUDIUM DER Fotografie. nun ein alkalisches Tonbad \’on einem Gramm Chlorld, oder Chlorld mit Chlornatrium (Chlorldnatrium) , und fünf Gramm kohlensaures Natron vorgeschrieben ist, so nimmt man 50 Kubikc, Flüssigkeit, weil diese Menge ein Gr, Chlorld enthält. Ebenso verfährt man bei allen andern Formeln. Das Chlorld mit Chlornatrium oder Chlorkalium findet dieselbe Verwendung wie das gewöhnliche Chlorld. Um diese Salze zu bereiten, muss man aber mit grossen Mengen arbeiten, die man dann mit Leichtigkeit krystalIisiren lassen kann. Bei allen Formeln, in denen diese Substanzen vorgeschrieben sind, können sie durch unser netltralisirtes und /Utrirtes Chlorld ersetzt werden. Chlorplatin. Ein Salz, wie das Chlorld , bei dem das ld durch Platin ersetzt wird; auch die Bcreitung beider stimmt überein. Chlorplatin giebt den positiven Bildern ebenfalls einen chönell „ioletten Ton, greift sie aber sehr an. Chlorsilber. Wird erhalten, wenn der Fotograf eine alkalische Chlorverbindung zu einer Silbernitratlösung setzt. Das Chlorsilbel‘ ist weiss und sehr lichtempfindlich. Es schwärzt sich am Lichte sogar in einem Gemisch von Wasser und Salpelersäure bei einer Temperatur von 400 C,; wenn diese Zersetzung also nur in einer Trennung der verbundenen Elemente, Chlor und Silber. bestände, mflsste das Silber im Augenblick des Entstehens gelöst werden und die Chlorverhindung weiss bleihen. Chlorsilber besitzen die Fotografen stets in grosser Menge, denn aUe silberhaitigen Lösungen, die von Rückständen herrühren, mit Ausnahme der untcrschwefligsauren, solllen in einem grossen Glasgefäss gesammelt werden. Wenn es voll ist, wird Chlor\\asserstoffsäure zugesetzt, indem man die Flüssigkeit mit einem Glasstabe umrührt, damit sich überall Chlorsilber bilden kann. Nach Verlauf einiger Stunden hat sich dic Flüssigkeit geklärt und man überzeugt sich durch Zusatz einer Chlorwasserstoffsäure , ob alles Silber niedergeschlagen ist. Sollte die Flüssigkeit sich trüben, also noch ungefälltes Silber vorhanden sein, so hätte man abermals eine ausreichende Menge Chlorwasserstoff ZlIzusetzen. Endlich giesst man die klare FlÜssigkeit ab und schüttet sie weg. Wenn der Fotograf im Verlauf einer Reihe von Operationen eine grosse Menge Chlorsilber gesammelt hat, macht man die Flflssigkeit mit etwas Chlorwasserstoffsäure ein wenig sauer und stellt ein Zinkblech hinein.Das Chlorsilbcr wcchselt allmälig die Farbe: es war zuerst weiss oder violet gefärbt und wird nun schmutzig-grau, wie metallisches Silber.Man darf die Flüssigkeit nicht bewegen, sondern muss die Reduktion Fotografie CHEHIE. durch das Zink ruhig vor sich gehen lassen. Wenn das Zinkblech für die Menge der Chlorverbindung ausreicht, genügt dazu eine Nacht; wenn nicht, wird dasselbe sich vollständig auflösen, Sobald alles CWorsilber reduzirt ist, wird das Zinkblech mit dem Finger gerieben und in der Flüssigkeit hin und her bewegt, um das Silber loszulösen; dann lässt man absetzen, was in wenigen Minuten \’or sich geh. Die Flüssigkeit wird so weit wie möglich abgessen und durch soviel ChlorwasserstoO’säure ersetzt, als ausreicht, um das mechanisch mit niedergesrhlagene Zink aufzulösen, Hundert Gramm reichen dazu aus. Nach einer Stunde wird das Gefäss mit Wasser gefüllt, der Ruhe überlassen und abermals dekantirt. Alles Silber wird dann auf einem Filter gesammelt und wenn die Flüssigkeit abgelaufen ist, das Fdter aus dem Trichter genommen und auf eineßl erhitzten Steine ausgebreitet, dait es mit dem Silber trockne. Jan kann es auch auf einem Teller in einer Trockenkammer trocknen, Wenn Silber und Filter trocken sind, presst der Fotograf beides zusammen mit etwas Soda oder Aetzkali, oder besser, mit geschmolzenem oder grob zerstossenem Borax in einen klei- nen Schmelztiegel, den man sofort ZUl‘ Rothglühhitze bringt. Im Feuer schmilzt dcr Borax in seinem Krystallisationswasser, !.Iabt sich auf und schmilzt abermals. In diesem Zustande giesst man ihn auf eine Mat’morplatte, um ihn in kleine StÜcke zu zerstossen. Wenn man nicht geschmolzenen Borax n[,hme, würde der Inhalt des Tiegels zum grossen Thcile hinaus- geworfen, was beträchtliche Verlustc nadl sich ziehen dÜrfte. Das geschmolzene Silber sammelt sich ah‘ Klumpen (H4!- lDs) am Dodcn des Schmelztiegels, der. man nach dem J1g,38, to,In! gt, Erkalten zerschlägt und das l\fetall herauszieht. 16) Bei einigem Gcschick wh’d das folgende Vcrfaht’cn besser gelingen. Man terschafl’t sich einen guten Graphitliegel \’on geringem Umfange ulid erhitzt ihn, nachdem er mit kohlensaurem Natron gefüllt ist. bis zur Rolltgllihhitze in einem Zimmcrofcn, dann hcbt der Fotograf ihn mit einer Zange ( 38) ab und 5b1lpt ihu um. Alles geschmolzene kohlensaure Natron Oiesst nun heraus, aber der Tiegel ist \’Olll Alkali inprägnirl und gefirnisst. Jetzt kann er ofttnals zum Schmelzen des unreinen Silbers, welches aus der Reduktion Es thut nicht gerade Noth, den Tiegel jedesmal zu zerschlagen; vielmehr i.n es wünsehen8werth, dass er recht lange vorhalte. weil jeder neue Tiegel eine xi .. mliche Menge Silber absorbirt, während der Alte sich nach und nac4 mit Silber inkruatirt und dadurch haltbarer wird. Geht er aber endlich entzwei, 80 lohnt es .ich weuiptena der Mühe, ihm 8eine Silberbeute wieder abzujagen, DK R. Fotografie. ChloriIrs entsteht. verwendet werden, Aber, statt ihn mit dem ge5chmolzenen Silber auf dPom Feuer erkalten zu la!’sen, nimmt man ihn, bei einer noch hohen Temperatur, mit einei‘ eisernen Zange ab und gies!\t das geschmolzene Silber aus einer gewissen Höhe in einen Kübel mit kaltem Wasser. So erbält man ein gekörntes Metall, Was die leichten Stoffe anbetrim, die im Tiegel vOl’handen waren und vom Papier und andern Unreinigkeiten herrÜhrten, so werden diese, ihrer Leichtigkeit wegen, vom Wasser fortgeführt, wenn mau die Silberkörner unter die Lampe bringt, während das schwere Silber rein zurÜckbleibt. Dies sehr leicht ausfflhrbare Verfahren ist der diJ’ekten Reduktion des Chlorsilbers durch Kl’eiue und Kohle, oder dem Auskochen mit Aetzkltli und Traubenzucker bei weitem vorzuziehen. Das erhaltene Metall ist nicht sehr rein. Oft hinterlässt es beim Auflösen in Salpetersäure einen schwarzen, feingepulverten RÜckstand, welcher nichts Anderes, als metallisches ld ist. Um es zu sammeln, wird die Silberlösung in eine andere Scbale dekantirt, der schwarze Rückstand zweimal hintereinander mit etwas Wasser, welches man zur urspl’ünglichen Salpetersäurelösung wieder hinzugiesst, ausgewaschen und endlich auf einem Filter gesammelt, welches der Fotograf auf einem heissen Steine trocknen lässt. Wenn man eine gewisse Menge dieses ldes gesammelt hat, ff1gt man dasjenige hinzu, welches aus den alten unterschwefligsauren Lösungen und aus den Tonbädern kommt. Alle diese Filter und ldhaItigen Papiere werden zusammen auf einem TeIlei‘ verbrannt, die Asche sorgfältig gesammelt und in einem kleinen Tiegel mit vorbeI‘ geschmolzenem Borax in Rothglühhilze gebl’acht. Cyankalium kommt im geschmolzenen und krystallisiJoten Zustande vor, Es ist eine giftige Substanz, die der Fotograf besser kaufen als selbst bereiten kann. Collodium, Eine Lösung \’on Schiessbaumwolle in Aethel‘ – Alkukol, auf welche wir ausfilhrlicher zurückkommen werden, Collodiumwolle, 8chiessbaumwolle, Pyroxilin.

     
  • Frank Wollinger 13:58 am 18. February 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , , Osnabrück   

    Bedeutung von Licht in der Fotografie 

    Wir wollen jetzt versuchen Fotografen eine deutlichere Vorstellung vom Lichte zu geben, nachdem wir durch die gegebenen Erörterungen uns dazu vorbereitet haben. Das Sonnenlicht besteht also ans verschiedenen Strahlen, wovon die im eigentlichen Sinne sogenannten lellchtenden Strahlen bewirken, ooss „‚ir Alles, was uns umgiebt, wahrnehmen, während die Wärmesirahlen die El’de erwännen und zwar um so mehr, je ,veniger schräg sie aulTallen, und endlich die chemischen Strahlen die Eigenschaften haben, die entfärbten Pflanzentheile wieder grün zu machen Ian glaube ja nicht, dass diese Erklärung der Grundeigenschaflell des Lichtes nur eine Hypothese sei, denn man kann diese verschiedenen Strahlen auf folgende Weise von einander trennen. Wenn der Fotograf einen Sonnen- 8tl’ahl durch eine Doppelschicht aus Alaun und gelbem Glase fallen lässl. wird derselbe seine wärmenden Eigenschaften verloren haben, während ein Strahl, den man durch ein angerauchtes Blättchen eines Bergkrystalls gehen lässt, sich \’er)iert. Sein Licht ist gleichsam erloschen, aber die Wärme geht hindurch, Wenn endlich ein Lichtstrahl durch ein mit Silbel’salzen gefärbtes Glas geht, wird er alle seine chemischen Strahlen „erlieren Wir haben gesehen, tlass die Sonnensirahlen wesentlich aus drei Arten \’on Strahlen bestehen: aus Lichtstrahlen, Wärmestrahlen und aus chemischen Strahlen, welche die Eigenthümlichkeil besitzen, entfärbte Pflanzen wieder grün zu machen. Diese „er8chiedenen Eigenschaften kommen denselben Sonnenstrahlen zu, und die Unterscheidung, die wir aufstellen, ist mehr eine methodische als wiJ·kliche. Die ganze I·holographie beruht auf der ein e n Eigenschaft dieser Strahen. gewisse chemische Erscheinungen hervorzurufen. Wenn ,,“ir uns zwei Lösungen: eine aus salpetersaurem Silberoxyd , die andere aus Eiweiss bereiten und beide im Dunkeln mischen, so bildet sich sofort eine flockige, weisse Substanz, die aus dem Albumin vom Eiweiss aus salpetersaurem SUberoxyd besteht. ·So lange diese Substanz sich in der Dunkelheit befmdet. behält sie ihre wewe Farbe. aber wenn der Fotograf sie den Soenstrahlen aussetzt, ändert sie sich rasch. indem sie anfangs eine violette, dann eine schwarze Färbung annimmt. Hier haben wir ein Beispiel der chemischen Wirkung des Lichtes, denn wenn man die chemische Wirkung hemmt. indem man ein gelbes Glas z“‚isehen die Sonnenstrahlen und das Gefäss mit dem Silberalbuminat bringt, bleibt das Albuminat weiss, obgleich dies Glas kaum das leuchtende Licht aufhält. Sobald wir dagegen ein dunkelblaues Glas verwenden, ändert sich die Substanz, obgleich sie der Einwirkung der leuchtenden Strahlen entzogen ist, sehr rasch an Farbe. Diese Wirkung .ist auch nicht einer Erhöhung der Temparatur zuzuschreiben, denn ein Thermomet, welches der Fotograf in die über dem Albuminate stehende Flüssigkeit taucht, zeigt keine Temperaturänderung an. Wenn man sonst in der Wärme, vor Licht geschützt, arbeitet, bleibt das Albuminat weiss. Das Licht hat hier also eine chemische Wirkung hervorgerufen. Wir kennen die Natur der chemischen Strahlen nicht, sondern konstatiren hlos dies Faktum, dass gewisse Körper, wenn man sie der Sonne aussetzt, in ihrer Elementarzusammensetzung verändert werden. Die Reihe der lichtempfindlichen Subtanzen ist ausserordentlicb gI’OSS, und es lässt sich sogar mit einigem Anschein von Wahrheit vermuthen, dass es in der Natur nicbt eine einzige Substanz giebt, welche nicht „001 Lichte ferändert würde. Diese Veränderung zeigt sich nicht immer im Aeussern, sondern oft haben sich nur die chemischen oder physikalischen Eigenschaften verändert. So scheint der SchwereI , dem J.ichte ausgesetzt, dem biossen Ansehen nach, keine andern Eigenschaften zu bekommen, aber die Wirkung des Lichtes enthüllt sich durch Quecksilberdämpfe, welche ein Sulphür von gelblichbrauner Farbe überaU da bilden, wo das Licht am kräftigsten gewirkt hat. (GAR}\lER et SALIlON. BuU. de la Soc. fraDf;aise de Fotografie. 1858·1 Die Reihe der auf diese Weise indirekt empfindlichen Substanzen ist natürlich eine weit geringere, als die der direkt empfindlichen, d. h. solcher, bei denen sich eine unmittelbar wahrnehmbare Veränderung einstellt. Aber dieser Unterschied kann sehr wohl davon herrühren, dass „iele Beobachtungen und Versuche für die ersteren nöthig sind, während in Betreff der letztern diese Aenderung soCort bemerkbar l\ird. Unter den Körpern, welche rasch zersetzt werden I wenn man sie den Sonneoatrahlen aussetzt, heben wir hen’or: die Sahe des ldes, Silbers, Qoecbilbers, Chroms, des Urans und eine sehr grosse Menge von orga- Fotografie. nischen Substanzen. (Siehe über diesen Gegenstand: HUNT, Researches on light. 1844.) „Die Silbersalze werden fast aUe mehr oder weniger rasch zersetzt, wenn der Fotograf sie den Sonnenstrahlen aussetzt. Die meisten dieser Salze sind, weiss; doch giebt es auch rothe, gelbe und grüne, aber diese abweichende Färbung schützt sie nicht vor der Zersetzung. (D. ‚VAN MONCltBOVEN: Researches on the silver salls. 1862. Fotografie News.) Der Fotograf weiss ohne Zweifel, dass das weisse Licht aus mehreren verschiedenen, aber vereinigten Farben besteht. . Ein weisser Strahl muss sich also unter gewissen. Umständen in farbige Strahlen zerlegen lassen. Die beste Methode, die verschiedenen Farben, aus denen das weisse Licht zusammengesetzt ist, zu isoliren, besteht darin, einen Sonnenstrahl s. auf eine der Seiten eines dreieckigen Prisma’s von Flintglai fallen zu lal!sen.; In Folge der Brechung wird der ursprüngliche St“ahl zerlegt. d. h. „011 seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt und obendrein in eine Reihe von Farben getheilt, welche hinter dem Prisma ein farbiges Bild, u Vi, geben, welches man das Sonnenspectrum nennt. Dieses Spectrum besteht, wenn der Fotograf von oben anfängt, aus folgenden Farben: Roth, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indi, Violet. Das Roth, welches weniger abgelenkt wird als das Violet, wird wen i gel‘ b re c h bar genannt. Es muss hervorgehoben werden, dass, wenn die lichtempfindlichen Substanzen dem Sonnenspectrum ausgesetzt werden, sie nicht Überall sich färben, sondern im Gegentheil sehr oft ill dem Rothen, Orangen und Grünen unverändert bleiben, während sie in dem Blau, Indi und Violet rasch ihre Farbe wechseln. Noch seltsamer ist es, dass diese Substanzen, wenn sie in z, unlerhalb des Sonnenspectrums, dort, wo das Auge gar kein Licht bemerkt, ausgesetzt werden, dennoch einen Eindruck el’halten, und zwar häufig rascher als an irgend einer andern Stelle des Spectrums. Diese unsichtbaren Strahlen, welche sich ausserhalb des sichtbaren Spectrums ausbreiten, werden häufig als extraprismatische, ultraviolette u. s, w, bezeichnet. So können wir also fesLstellen, dass, wie die obern Farben, d, h. Roth, Orange, Gelb und Grün, viel heller sind als die andern Farben des Spetrums, tliese Jetztern dagegen am wirksamsten sind, wenigstens in den meisten Fällen. Wenn das Sonnenspectrum mit sehr grosseI‘ Aufmerksamkeit untersucht wird, wenn die Apparate, womit man es hervorruft, sehr vollkommen sind, .und endlich der Versuch gut angestellt wird, durchläuft eine Menge von schwarzen Linien dies Spectrum, perpendikulär mit der Länge desselben: dies sind die dunkeln Linien des Spectrums. Diese dWlkeln Linien haben immer dieselbe relative Stellung, wenn die Sonne als Lichtquelle dient und das Prisma aus dem nämlichen Glase besteht. Deshalb haben die Physiker in Anbetracht der Schwierigkeit, die verschiedenen Theile des Spectrums durch Angabe ihrei‘ Farben zu bezeicbnen, weil diese die Eigenthümlicbkeit zeigen, keine bestimmten Grenzen zu bilden, sicb dahin vereinigt, diese Theile nach den wesentlichsten dunkeln Linienzu bezeichnen (raies principales). Diese übrigens sehr charakteristischen dunkeln Linien hat der Fotograf mit Buchstaben versehen. Später werden wir ausführlicher von diesem Gegenstande reden. Wir sahen, dass die meisten Substanzen besonders in jenem l’beile des Spectrums verändert werden, welcher sich vom Grünen bis zum äussersten Violet und selbst darüber hinaus erstreckt. Dies hat für die Fotografie eine sehr grosse Bedeutung. Man sieht in der That ein, dass eine mit Silbersalzen präparirte Platte, wenn sie der Wirkung des Lichtes hinter eineIp rothen, orangefarbenen, gelben oder grünen Glase ausgesetzt wird, durchaus keine Veränderung erleidet. – Ebenso müssten sich alle Gegenstände der Natur, welche diese Farlten zeigen, so wiedergeben, als wenn sie dunkel wären, wie dies dann auch in der That geschehen würde, wenn diese Farben s ehr re i n wären. Aber· glücklicher Weise sind es gerade diese Farben, welche am meisten zerstreutes Licht zurückwerfen und wegen dieses zerstreuten Lichtes beim Fotografie sichtbar werden. Wir haben schon gesagt, dallS die Substanzen, in Betreff der Wirkung der verscbiedenen Farben des Spectrums, eine abweichende Reibenfolge zeigen. So erstreckt sich die Wirkung des Spectrums auf Jodsil“er vom Blau bis zum äussersten Violet, auf Bromsilber schliesst sie auch das Grüne mit ein; beim Fluorsilber erstreckt sich die ‚Wirkung sogar bis in das Gelbe hinein. (Siehe 5.) Wenn die Substanzen, welche wir Strahlen empfindlich wären. würde die genannt haben, gegen alle farbigen Phowgraphie die Gegenstände genau mit .ihren natÜrlichen Farben wie Roth. dergeben ; weil dem aber nicht so sieht der Fotograf sich genöthigt. die Unthätigkeit der rothen und gelben Strahlen durch eine längere Exposition auszugleichen. – Um deutlich zu machen, wie Indijto. man durch eine längere Exposition die unthätigen Farben wiedergeben kann. müssen wir die Aufmerksamkeit auf eine Eigenthümlichkeit des Jod – und Bromsilbers lenken, welche vielleicht die interessanteste in der Geschichte desselben ist. Wenn eine mit jodirtem Collodium überzogene Glasplalle, die in einem Bade „on salpetersaurem i1bel“ empfindlich gemacht wurde, eine sehr kurze Zeit deI“ Einwirkung eines Sonnenspectrums von chwacher Intensität ausgesetzt wird, bemet’kt man nach dem Hervorrufen, dass die rotlIen orangefarbenen, gelben und grünen Strahlen nicht eingewirkt haben, während der übrige Theil des Spectrums bedeutend eingewirkt hat. Aber wenn der Versuch wiederholt wird, indem der Fotograf die Exposition, bemerkt man, dass diese starke Ein wirkung der blauen und. violetten Strahlen sicb aufgehoben hat, während dagegen Roth. Orange und Grün sich leicht imprimirt haben, und zwar Si,. 5. unter Beihülfe des weissen Lichtes, welches den Spectralfarben beigemischt ist. – Wenn das Licht also eine hin längliche Zeit einwirkt, entsteht ein Maximum seiner Wirkung auf Jodsilber; wenn es aber fortfährt einzuwirken, zerstört es einen Theil seiner frilhern Wirkung. In der gewöhnlichen Praxisweiss man sehr wohl.

     
  • Frank Wollinger 13:43 am 18. February 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , , Osnabrück   

    Optischer Fokus von Foto-Objektiven 

    Der Fotograf kann die Differenz, welche zwischen dem chemischen und optischen Fokus vorhanden ist, auf folgende Weise ausprobiren. Man stellt, wie in 31, eine Reihe von Ziegelsteinen, wovon der eine immer höher steht als der andere, in grader Linie hintereinander auf. Der Apparat „ird in dieselbe Linie mit den Ziegelsteinen gebracht, indem man auf die Mitte, z. It. auf c, einstellt und ein Bild aufnimmt. Wenn b oder d scharf werden, $0 ist der chemische Fokus entweder kürzer oder länger. Man erkenut die Diß’erenz. welche sich zeigt, wenn man abwechselnd die Ziegelsteine b oder d einstellt; die mittlere Entfernung entspricht dem mittlern Fokus, den man immer beim Einstellen in Betracht ziehen muss. Zu diesem Zwecke thut lllan am besten, das untere, Brett der Dunkelkammer in Grade zu theilen. Der Unterschied des chemischen und optischen Fokus wächst mit der Brenn· weite, d. h. je näher ein Gegenstand dem Objektiv ist, um so viel mehr muss der Fotograf ausziehen, weil der chemische Fokus grösser ist. Ein Objektiv, welches beim Daguerreotypverfahren keinen chemischen Fokus zeigte, eine leichte DitrereDz für das nasse Verfahren ergab. Nach Angabe dieser Herren habeR die Objektive, welche keine Fokusdifferenz bei der Daguerre’schen Platte zeigen, auch keine heim trocknen Papier: dasselbe Papier giebt aber, wenn es nass gemacht \\ird, eine wenn auch kleine Differenz, Dies Resultat erklärt sich leicht. In einem einfachen achromatischen Objektiv lassen sich die beiden Linsen als zwei Prismen ansehen, welche ein achromatisches System bilden. Doch sollte man eigentlich sieben Gläser verbinden. um einen vollkommenen Achromatismus herzustellen, weil es sieben Hauptfarben giebt. Maß begnügt sich jedoch bei einem gewöhnlichen Objektiv, Roth und Gelb zusammenfallen zu lassen. Da aber das Blaue und Violette grössere Brechbarkeit haben und die chemische Wirkung gerade in diesen Strahlen liegt, ist es offenbar, dass eine durch diese Prismen gebildete Linse einen chemischen Fokus hervortreten lassen muss. Dies vorausgesetzt, behaupten wir, das s je deS u b s t a n z ein Maximum ‚Von verschiedener chemischer Intensität in den brechbarsten Strahlen zeige, Der Ort der grössten Wirkung ändert sich aber, je nachdem die Substanzen trocken oder feucht sind, wie dies besonders beim Jodsilber der Fall ist. Der Fotograf muss also bei einem Objektiv diesen chemischen Fokus korrigiren , indem man das Gelbe, worin sich die höchste Lichtirkung zeigt, mit dem Blauen, in welchem die grösste chemische Wirkung vorherrscht, zusammenfallen lässt. Ein so korrigirtes Objektiv wird keinen chemischen Fokus CUr diejenigen Substanzen zeigen, deren Hauptwirkung im Blauen liegt, z. B. für die jod,irte und bromirte Platte. Aber beim feuchten Jodsilber, dessen grÖBste Empfindlichkeit in den brechbarsten Strahlen liegt, wird es sich anders verhalten. Ein Objektiv, welches demnach ohne chemischen Fokus beim nassen Coßodiumverfahren ist, wird einen leichten chemischen Fokus für das trockene Collodiumverfahren zeigen. Die Differenz wird zwar wenig merkbar sein, aber wenn das Objektiv einen sehr langen Fokus hat, wird man sich leicht davon überzeugen können. Kurz, es wird ein gewöhnliches achromatisches Objektiv nicht in der Weise korrigirt werden können, dass es filr alle leichtempfindlichen Substanzen ohne chemischen Fokus ist. Der Zweck dieses Kapitels besteht keineswegs darin, einen, wenn auch noch so elementaren, Kursus der photographischen Chemie zu geben. Wir bezwecken nur, einige Belehrungen über die am häufigsten in der Fotografie gebrauchten Substanzen mitzutheilen. Die Gewichte, nach denen sich die Körper in chemischen Verbindungen vertreten können Bei nachfolgender Tabelle ist der Wasserstoff als Einheit angenommen. ‚Der Aether ist eine farblose Flüssigkeit von angenehmem Geruche. In Wasser gessen, löst er sich kaum und schwimmt wie Oel oben auf. Er ist viel leichter als Wasser, weil ein Kilogramm Aether ungefähr einen Raum fon 1350 Kubikc. einnimmt und ein Litcr Aether nur etwa 720 Gramm wiegt, ‚ährend ein Kilogramm Wasser bekanntlich den Raum eines Liters einnimmt. Man prüft den Aether genau so, wie unten für den Alkohol angegeben ist Er muss am Densimeter 0,729 bis 0,720 zeigen, um in der Fotografie verwendbar zu sein. Meistens ist es zweckmässig, ihn auf nachfolgende Weise zu .·ektifiziren. Vor allen Dingen müssen wir abcr die Gefahr hervorheben, welche mit der Behandlung des Aethers an solchen O.’ten \’e.’knüpft ist, wo sich Feuer oder Licht in der ähe befinden. Wenn man in einem abgeschlossenen Raume ein Fläschchen Aether verschüttete und dann mit einer angezündeten Palladium Phosphol‘ Platin. Quecksilber . Rhodium. Sauerstoff Schwefel, Silber Stickstoff . Strontium Titan. Uran. Wasserstoff . Wolfram. Wismuth. Zink. Kcrze hinzuträte, würde diese Umorsichtigkeit eine schreckliche Detonation zur Folge haben, ein Fall, der schon sclu‘ häufig eingetreten ist. DeI‘ Aether ist nämlich eine Flüssigkeit, welche sich ausserordentlich leicht \’erßüchtigt und, indem sich die Dämpfe desselben mit deI‘ umgebenden Luft mischen, bilden sie ein sehl‘ gefährliches explosivcs Gemisch, Aus dem VOI’slehenden folgt, dass der Fotograf den Acthel‘ nie am Abend alls· giessen muss; es sei denn, dass man sf.’hr weit \’om Lichte entfernt wäre; ebenso verhält es sich mit dem Collodium, welches abel‘ seines bedeutendcn Alkoholgehaltes wegen etwas weniger gefährlich ist. Der käufliche Aetller ist selten rein. Man reinigt ihn, indem man ihn mehrcre Tage mit Aetzkali in BerÜhrung lässt, wodurch die empTeumatischen (hrcnzlichcn) Körper Zf.’rstört werdf.’ll. Darauf wird er mit Wasser gewaschen . Hierzu dient ein Trichter mit Glahahn der mit f.’iner Glasplaue bedeckt ist. Wasscr und Aether werden zuerst in einer Flasche gechüttelt und dann in den Trichter gessen. Es bilden sich zwei Schichten bund c, wovon die untere aus Wasser besteht. Wenn der Fotograf den Hahn d ein wenig öffnet, sammelt sich das WasseI‘ in der Flasche A, welche man nUll dm’ch eine andel’e ersetzt, um den Aethel‘ aufzufangen.

     
  • Frank Wollinger 13:38 am 18. February 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , , Osnabrück   

    Entwicklung von Objektiven zur Fotografie 

    Der Fotograf, welcher ein Objektiv anfertigt, muss also \’or allen Dingen die chromatische Abweichung aufheben. Dies geschieht durch eine passende r ereinigung „on Flint- und Cro\\ n-Glas; nur lhut es nicht gerade 1\oth, die Prismen so anzufertigen, dass Roth und Gelb zusammenfallen, wol aber müssen Gelb, als Silz der Hauptlichtwirkung , und Blau, als Sitz der grössten chemischen Wirkung, zusammenrallen.

    Man könnte, genau genommen, sich in der Photo graphie der Dicht acht’omatischen linsen bedienen, nur würden diese einen chemischen Fokus zeigen, d. h. das auf dem matten Glase scharf eingestellte Bild würde auf der empfindlichen Schicht, welche die Stelle des Glases einnimmt, nicht scharf erscheinen; deshalb nimmt der Fotograf meistens statt der gewöhnlichen Linsen achromatische, sowol bei einfachen Linsen als auch bei den Doppelobjektivcn.

    Die Figuren 26, 27, 28 und 29 zeigen, wie durch V C1’bindung \“on Flintund Crown-Glas ·die Linsen achromatisch gemacht werden. Die Berechnung tIes Verhältnisses der Krümmung zum Zerstreuungsvermögen der verwendeten StofTe ist so schwierig, dass wir nicht einmal verSlIchen wollen, in der Kürze eiDe genaue Vorstellung davon zn geben.

    Die Einzelheiten, welche wir vorhin vielleicht in allzu gedrängter Weise mitgetheilt haben, werden das Verständniss dessen erleichtern, was wir über die photographischen Objektive mittheilen wollen.

    Erinnern wir uns zuerst da“:Jn, dass in einer wohlverdunkelten Kammer ( 30), in welche das Licht durch eine kleine OelTnung fäUt, die äussern Gegenstände sich auf einer weissen Wand abbilden, welche der Fotograf hinter dieser OelTnung aufstellt. Je grösser die Entfernung dieser Gegenstlinde ist, desto kleiner wird ihr Bild sein, aber man kann die Grösse der Bilder wachsen oder abnehmen lassen, je nachdem man die weisse Wand zurückschiebt oder vorrückt.

    Wenn wir in die Oeffnung eine Sammellinse bringen, deren am wenigsten konvexe Fläche nach Aussen gerichtet ist, werden wir bemerken, dass es hinter dieser Linse eine Stelle. giebt, wo das Bild‘ am schärfsten erscheint. Diese ursprüngliche Schärfe geht beim Vorrücken oder Zurückschieben ,-erloren.

    Die Verwendung der Linse ändert nichts am ursprüngliche Umfange des Bildes, aber dasselbe wird dadurch schärfer. Je nachdem man mehr oder weniger konvexer Linsen bedient, ändert sicb mit der verschiedenen Linse die Entfernung, wo die grösste Schärfe hervortritt. Wenn die Linse, deren der Fotograf sich bedient, mit voller UelTnung verwendet wird, werden die Bilder weniger scharf sein, als wenn man sie mit Blenden bedeckt, d. h. mit dunkeln Scheiben, welche kreisförmige OeO’nungen haben, die kleiner sind als die Linse. l\lan beschränkt so die Linse auf ihren centralen Theil, der, wie wir schon früher anführten, keine sphärische Abweichung zeigt.

    Wenn man den unbeweglichen Gegenstand, der in unserer Figur eine Kirche darstellt, durch eine bewegliche Figur ersetzt, z. B. durch einen Menschen, der geht, so kann man sich überzeugen, dass, je mehr dieser Mensch sich entfernt, um so mehr das Bild sich der Linse nähert und an Grösse abnimmt, während umgekehrt, wenn der Mensch sich nähert, der Brennpunkt weiter zurücktritt und das Bild an Grösse zunimmt.

    Wir haben schon gesagt, dass man mit dem Namen Hauptfokusdistanz, oder, wie man gewöhnlich sagt, Brennweite, die Entfernung zwischen dem optischen Centrum der Linse und dem schärfsten Bilde sehr entfernter Gegenstände bezeichnet. Da die photographischen Linsen in der Regel eine ziemlich lange Brennweite haben, können wir in der vorstehendcn Erklärung .Jen Ausdruck „optisches Centrum CI durch .. Vor der CI ä c h e d e 8 GI ase s“ ersetzen.

    Der Fotograf findet den Brennpunkt eines einfachen Objektiwes sehr leicht, wenn man dies Objektiv an die gewöhnliche, in der Fotografie verwendete Dunkelkammer anschraubt und auf entfernte Gegenstände einstellt. In diesem Falle ist der Brennpunkt der Entfernung gleich, welche zwischen der hintern FJähe der Linse und dem matten Glase liegt, wenn man die Dicke der Linse mitrechnet. ‚

    Bei Doppelobjektiven ist dies nicht der Fall. Man kann hier also nicht die Entfernung des Bildes vom letzten Glase messen, um deli Brennpunkt kennen zu lernen, sondern man muss schlechterdings die Rechnungen zu Hülfe nehmen, oder einen Mitteldurchschnitt gelten lassen. Das Mikrometer mit beweglichen Fäden kann mit einer grossen Genauigkeit die Bilder „eit entfernter Gegenstände wiedergeben. Man hat darin also ein genaues Mittel, die absolute Brennweite der Objektive abzuschätzen, aber es gehören geübte Hände dazu, sich dieses Apparates zu bedienen. Uebrigens tImt es niemals Noth, auf die allergenaueste Weise diese Brennweite kennen zu lernen.

    Gewöhnlich geben die Verfertiger von Objektiven in ihren Preisverzeichnissen die Brennweite der Doppelobjektive auf die Weise an, dass sie beim Messen des Brennpunktes vom hintern Glase ausgeben. Dies ist ein Irrthum, dem wir jedoch nicht abhelfen können, weshalb wir es gerade so machen werden.

    Mit Hülfe der oben gegebenen Formel wird es stets leicht sein, die Grösse des Bildes und der Aufnahme der Dunkelkammer zu berechnen, wenn die Brennweite des Objektivs bekannt ist. Um aber unsere Fotograf dieser Milhe zu überheben. entlehnen wir die folgende Tafel nebst der Erklärung ihres Gebrauches einer ausgezeichneten Abhandlung des IIerrn SECUETAN.

    Die erste senkrechte Reihe enthält die brennweiten von 5 zu 5 Centimetern für 10 -100 Centimeter; für die dazwischen liegenden Brcnnweiten kanD man die Resultate nach den oben angegebenen Regeln bel’echnen. Die Z\veite senkrechte Abtheilung , welche oben den Bruch 1/1 oder 1 trägt, giebt in Hinsicht auf die Grösse des Bildes, gegenüber der ersten Kolumne, jedesmal zwei Zahlen. Die erste ist die Entfernung des Gegenstandes, die zweite die des matten Glases. Die Summe dieser beiden Zahlen ist also die Ent-. fernung des Gegenstandes vom Bilde, wcnn der Fotograf den kleinen Zwisch.enraum, der die vereinigten Centren trennt, hinzurechnet. Dies bezieht sich besonders auf Doppclobjektive, meistens kann man‘ jedo(:h deren Zwischenraum unberücksichtigt lassen. Die dritte Vertikalreihe enthält ähnliche Angaben,

    aber für eine Bildgrösse von 1/2, die vierle Reihe giebt sie für 1/3 und so die folgenden.

    Nehmen wir an. das man mit einem Objektive von 30 Centimetern Brennweite ein Porträt ,’on 1/6 Grösse machen wollte. Ausgehend von der Zahl30 dor ersten Vertikalreihe, wl’folgen wir die Horizontallinie, bis wir zu der Vertikalreibe gekommen sind, welche die Aufschrift 1/0 trägt. Wir werden hier auf das .’ach treffen, wo sich die heiden Zahlen 2. 10 und 0,35 befinden. Die erste zeigt an, dass die Person 2 Meter und 10 Centimetel‘ vom Objektiv entfernt sein muss, und die zweite beleht·t uns, dass das maUe Glas. in den Brennpunkt gebracht. ungerahr 35 Centimeter entfernt sein wird.

    Die Resultate der Tafel sind gen3u bis ungefähr auf ein Centimeter; elne grössere Genauigkeit würde unnütz gewesen sein, besonders für diejenige Zabl, welche die Entfernung des maUen Glases bestimmt, vorausgesetzt, ‚dass der Fotograf dieselbe immer durch genaues Einstellen regelt. Die Resultate der Tafel sind genau bis ungefähr auf ein Centimeter; elne grössere Genauigkeit würde unnütz gewesen sein, besonders für diejenige Zabl, welche die Entfernung des maUen Glases bestimmt, vorausgesetzt, ‚dass man dieselbe immer durch genaues Einstellen regelt. Es ist immer gut, dieses letzte Grössenverhältnisll zu kennen, wenn es auch nur wäre, um zu wissen, ob das Lokal, worin man arbeitet, gross genug ist, um eine gewisse Reduktion des Bildes mit einem Objektive von einer beJlimmten Brennweite vornehmen zu können.

    WeDD der Fotograf nun die kleinste Reduktion „‚issen möchte, welche man bei einer Brennweite von 40 Centimetern in einem Zimmer, dessen grösste Dirnension 4 Meter ist, vornehmen kann, müssen wir zuerst ein Meter für den Platz dessen, der aufgenommen „ird, und für den Fotograf der auf dem matten Glase einstellt, abziehen. Unsere vier Meter reduziren sich asQ auf drei.

    In der Horizontallinie, welche einer Brennweite von 40 entspricht, durchlaufen wir die Summe beider Zahlen jedes Faches, bis wir das Resultat finden, welches sich am meisten drei Metern nähert, aber weniser beträgt. So kommen wir auf die Zahl 2,88, welche uns diejenige Reihe giebt, an deren Spitze sich 1/“ befindet.

    Dies wird die kleinste Bildgrösse sein, welche wir in diesem Lokal mit solchem Objektive erhalten können.

    Eine ähnliche Aufgabe würde diejenige sein, wo man, wenn die Entfernung des Gegenstandes in Bezug auf das Bild bekannt ist, wissen möchte, welcbe Brennweite ein Objektiv baben muss, um eine in dem Porträt gegebene Reduktion zu bekommen.

    Gesetlt nun, der Fotograf habe über einen Raum von vier Metern zu veJ’rügen und wolle eine Reduktion auf 1/8 vornehmen, indem man ein Objektiv VOll gr’össtmöglichster Brennweite verwendet; welche Brennweite müsste dies sein! Um sie zu erfahren, ziehe ich die Kolumne zu ßathe, welche die Ueberschrift I/S trägt, und indem ich die Summe von beiden Zahlen jedes Faches ziehe, bis ich ein Resultat finde, welChes vier am nächsten kommt, gelange ich bis zum siebenten Fache, welches mir 4,05 giebt und in horizontaler Reihe einer Brennweite von 40 entspricht. Dies ist die gesuchte Brennweite. Die Lösung verschiedener Aufgaben, welche sich nach obigen Tafeln mit Leichtigkeit bewerkstelligen lässt, wird oft beim ersten Blick Aufschlüsse geben, welche nützlich sein können. So kann man bei einer Landschaftsaufnahme mit einem bekannten Objektiv die llirkliche Grösse eines Platzes finden, welcher den Fotograf vom aufgenommenen Monumenle trennte; ebenso lässt sich die Höhe und jede andere Dimension, die der Fotograf gerne \lissen möchte, ausfindig machen,

    Diese Tafeln werde also vom grössten Nutzen für den Fotografen sein, sei es nun, dass er wissen m/ichle, welche Grösse ein Monument in seinem Apparate geben wird, wenn er sowol die Entfernung vom Aufnahmepunkte als auch die Brennweite seines Objektivs kennt, sei es, dass Cl‘ erfahren will, welche Länge er seinem Glashause geben muss. Dieser praktische Nutzen hat uns veranlasst, jene Tafeln hier aufzunehmen,

    Vm dieses Kapitel zu beschliessen, bleibt uns noch übrig, einige Worte über den chemischen Fokus zu sagen, wovon wir schon vorhin geredet haben, indem wir erklärten, was man darunter zu verstehen habe. Ein Objektiv, lVelcbes eine DiJrerenz des chemischen und optischen Fokus zeigt, giebt kein scharfes Bild, wenn die empfindliche Platte an die Stelle des matten Glases gesetzt wird.

     
  • Frank Wollinger 05:22 am 30. January 2011 Permalink | Antworten
    Tags: ölen, Dioxin, Fahrradkette, , , Olivenöl, Osnabrück   

    Dioxin Tip vom Fotograf aus Osnabrück 

    Sportlich Fahrrad fahrende Fotografen aus Osnabrück atmen mehr Dioxin belastete Luft ein, als Osnabrücker Fotografen, die vorzugsweise komfortabel mit dem PKW zum Fotostudio fahren. Die sportlich Fahrrad fahrenden Fotografen sollten daher ausgleichend Dioxin belastetes Olivenöl zur Kettenschmierung verwenden und nicht als Salatöl verzehren. Ob die hervorragenden Schmiereigenschaften des Olivenöls auf das Dioxin zurückzuführen sind, wurde nicht geprüft.

     
  • Frank Wollinger 09:29 am 30. December 2010 Permalink | Antworten
    Tags: , , Frank Wollinger, Osnabrück   

    Willkommen im Fotografie-Blog von Frank Wollinger 

    Frank Wollinger – Fotograf aus Osnabrück – berichtet in seinem Blog rund um das Thema Fotografie. Er berichtet über tagesaktuelle Foto-News direkt von der Foto-Location und aus dem Fotostudio Osnabrück.

     
c
Neuen Beitrag erstellen
j
nächster Beitrag/nächster Kommentar
k
vorheriger Beitrag/vorheriger Kommentar
r
Antworten
e
Bearbeiten
o
zeige/verstecke Kommentare
t
Zum Anfang gehen
l
zum Login
h
Zeige/Verberge Hilfe
Shift + ESC
Abbrechen